Gross war die Freude, als ich im März 2019 zum höchsten Wädenswiler gewählt wurde. Als erster Gemeinderatspräsident für die neue Grossgemeinde hatte ich ein spannendes Jahr vor mir. Wer hätte gedacht, dass es so anders als vorgesehen enden würde. Während ich im Frühling die Abschlussrede schrieb, veränderte sich die Lage dramatisch. COVID-19 hielt Einzug und stellte den ganzen Alltag auf den Kopf. Die Gemeinderatssitzung musste verschoben werden. Dadurch wurde ich plötzlich und unvorhergesehen der Gemeinderatspräsident mit der längsten Amtszeit.
Alle, die in der Krisenzeit unentwegt arbeiteten, erbrachten eine grossartige Leistung. Ihnen gebührt an dieser Stelle ein grosser Dank. Auch wer zu Hause blieb, leistete einen Beitrag zur Sicherheit im Lockdown.
Die ganze Situation hat jedoch alles, was vor dieser Zeit passierte, ein wenig in den Hintergrund gedrängt. Von diesen Ereignissen möchte ich in diesem Vorwort erzählen. Gestatten Sie mir eine Rückschau auf einige für mich lehrreiche, nachhaltige Episoden. Sie prägten mein Amtsjahr, ohne dabei Anspruch auf Vollständigkeit erheben zu wollen. Diese Episoden werden mir immer in bester Erinnerung bleiben.
Das herausragendste Ereignis in meinem Amtsjahr war sicher die Fusion mit den Berggemeinden, die am 1. Januar 2019 endlich vollzogen worden war. Ganz besonders haben mich die Einladungen zu den Fusionsfestivitäten in Hütten, Schönenberg und Wädenswil gefreut, bei denen ich frohe und gesellige Stunden mit den neuen Wädenswiler Bürgerinnen und Bürgern vom Berg verleben durfte. Erwähnen möchte ich auch die Fertigstellung und die Einweihung des neuen Entsorgungsparks Winterberg. Hier wurde mir erst so richtig bewusst, dass Wädenswil in Sachen Abfalltrennung und Recycling eine Vorreiterrolle einnimmt. In bester Erinnerung bleibt auch die Einweihung der neuen Wasserrutsche im Hallenbad. Fernab vom politischen Alltag einmal einfach nur dem Spass frönen zu dürfen, habe ich als sehr wohltuend empfunden.
Die lehrreichste Zeit durfte ich im Vorfeld der Abstimmung über den Gestaltungsplan AuPark am 17. November 2019 erleben. Angeregte Diskussionen und Streitgespräche mit Gegnern und Befürwortern der Vorlage haben mir dabei gewisse Grenzen aufgezeigt. Die 1.-August-Rede auf dem Seeplatz, die aus Rücksicht auf die neuen Ortsteile am Mittag stattfand, hat zu meinem Erstaunen sehr viele Zuhörerinnen und Zuhörer versammelt. Sehr beeindruckend empfand ich auch die vielen spontanen Begegnungen mit Bürgerinnen und Bürgern auf der Strasse. Dass die dabei geführten Gespräche immer in einem guten Ton abliefen, zeigte mir auf, dass die Arbeit des Parlaments zwar nicht immer gutgeheissen, aber doch mehrheitlich positiv bemerkt wird. Dass wir im vergangenen Jahr viele Weisungen, Anträge und Geschäfte verabschieden konnten, braucht eigentlich keine spezielle Erwähnung. Es ist aber die Art und Weise, wie dabei die Diskussionen geführt wurden, die mich über alle Massen freuten. Der stets gute und faire Ton in den Verhandlungen wird mir in bester Erinnerung bleiben.
Zum Schluss sei noch eine kleine Episode bemerkt. Sie beweist die Flexibilität des Wädenswiler Parlaments. Ich denke da an die Pause während einer der eher ungeliebten Doppelsitzungen. Als Überraschung fuhr der Pizza-Service vor und wir konnten uns die italienischen Leckerbissen einverleiben, um dann nachher frisch gestärkt die zweite Runde der Sitzung in Angriff zu nehmen. Trotz und auch wegen dem speziellen Ende meiner Amtszeit kann ich auf ein Super-Jahr zurückblicken. Mein Dank geht an alle, die dies ermöglichten und begleiteten. Das wichtigste Gut – es wurde uns einmal mehr gezeigt – ist und bleibt die Gemeinschaft und die Gesundheit.
Bleiben Sie gesund!
André Zürrer, Gemeinderatspräsident 2019/2020
7 André Zürrer, Wädenswil
Das Bild ist urheberrechtlich geschützt und dürfen nicht ohne Genehmigung der Rechteinhaber verwendet werden.