Das vorliegende Jahrbuch enthält Gedanken zur Geschichte und Gegenwart unserer engeren Umgebung. Es ist zugleich ein kleines Dokument der Heimatliebe, der Anhänglichkeit zur Kleinstadt oder zum grossen Dorf, in welchem wir leben. Es möchte Interesse wecken, sich mit unserem Wohnort zu befassen.
Mit der bewussten Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gemeinde verbindet sich oft ein wenig Stolz, gerade hier, an diesem Ort daheim zu sein. So neigt auch der gebürtige Wädenswiler in der Beschreibung seiner Heimat bisweilen zu leichten, wohlgemeinten Übertreibungen. Von klein auf etwa was uns für Wädenswil der Name Klein-Paris vertraut. Man empfand unseren Wohnort als Zentrum der Region, als kleine Metropole mit ausgeprägtem Eigenleben. Mannigfach war das Bestreben, nicht im Sog der wachsenden Stadt Zürich aufzugehen. Welche Genugtuung erfüllte den heranwachsenden Wädenswiler beispielsweise beim Erfolg des Musikvereins Harmonie an eidgenössischen Musikfesten, als dieser in der stärksten Spielklasse zu höchsten Auszeichnungen gelangte und Stadtzürcher Vereine weit hinter sich liess. Erfolge dank gemeinsam erbrachter Leistung wecken seit je nicht nur den Stolz in Gruppen und Vereinen. Sie tragen oft wesentlich bei zur Erarbeitung von Lösungen in Aufgaben der eigenen Gemeinde.
Wädenswil hat sich in den zwei letzten Jahrzehnten aussergewöhnlich vergrössert und verändert. Das Eigenleben der Gemeinde hat sich wie anderswo bedeutend abgeschwächt. Mit der grossen Beweglichkeit der Bevölkerung, mit der Bildung von neuen, eher zufällig entstandenen Quartieren haben sich öffentliche Aufgaben vervielfacht. Besonders dringlich erscheinen Mittel und Wege für das Heimischwerden der vielen Zugezogenen sowie für die Erhaltung zahlreicher baulicher und landwirtschaftlicher Werte.
Die Idee des Jahrbuches der Stadt Wädenswil ist ein Anstoss, die Zusammengehörigkeit von uns Wädenswilern in der heutigen, zunehmenden Anonymität zu fördern und soll uns an wichtige Anliegen der Stadt-Gemeinschaft erinnern. Nach wie vor bieten uns zahlreiche Gruppen und Organisationen Gelegenheit mitzuarbeiten. Ein gesunder Wettbewerb führt auch heute nicht nur zu Vereins- und Gruppenstolz, sondern zu echten Begegnungen. Und diese, verbunden mit dem Wollen zum Gemeinwohl, werden uns befähigen, der ganzen Gemeinde vermehrt zu dienen. In diesem Sinne mögen die Betrachtungen des Jahrbuches 1977 uns dem eigenen Wohnort näher bringen und beitragen, dass wir schwierige Aufgaben für unsere Stadt anpacken und bewältigen.
Hans Schulthess
Bauernhaus Rötiboden, erbaut 1694, mit Anbau aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
2 Peter Friedli, Wädenswil
Das Bild ist urheberrechtlich geschützt und dürfen nicht ohne Genehmigung der Rechteinhaber verwendet werden.