Weshalb Heinrich Moser seiner Frau Fanny ausgerechnet eine Kassandra-Statue geschenkt hat, ist nicht bekannt und bleibt das Geheimnis dieses Ehepaars. Doch, wer war Kassandra? Gemäss der griechischen Mythologie war sie die Tochter des trojanischen Königs Priamos. Laut Homer soll sie so bezaubernd gewesen sein wie Aphrodite. Der Gott Apollon verliebte sich in die Schöne und verlieh ihr die Gabe der Vorhersehung. Doch Kassandra verschmähte den Liebhaber. Dies erzürnte den olympischen Gott derart, dass er sie mit einem Fluch strafte: Niemand sollte ihren Prophezeiungen glauben. Vergeblich warnte Kassandra daher die Trojaner vor dem Trojanischen Pferd, der Hinterlist der Griechen, so dass Troja unterging.
88 Die Inschrift auf dem Sockel der Statue weist auf den Bildhauer hin.
Seither gilt Kassandra als tragische Figur, die das Unheil voraussah, aber in ihrer Umgebung kein Gehör fand. Und noch die gleiche Bedeutung hat heute der «Kassandrarufۚ»: die zutreffende, aber vergebliche Warnung vor einer drohenden Gefahr.
Peter Ziegler
86 Archiv Peter Ziegler, Wädenswil
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